Theater Chur | Schällewiiber
Theater Chur
Schällewiiber
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Schällewiiber

Zwischen patriarchalen Traditionslinien und queerer Tragik

In der hügeligen Landschaft des Appenzell Ausserrhoden erklingen die Schellen der Silvesterchläuse. Auf ihren kunstvoll geschmückten Hüten tragen die maskierten Figuren, die in Kleingruppen umherziehen, Schuppeln genannt, Geschichten, die vom Leben in der Provinz erzählen. Soweit die Appenzeller Tradition … Doch eine Schuppel erzählt eine andere Geschichte. Eine, die hier nicht erwartet wird, aber genauso hierher gehört wie die Geschichte vom Holzen und Skifahren.

Es ist die Geschichte einer lesbischen Liebe, die turbulent aufflammt und schliesslich «wüescht» zugrunde geht. Astrid lebt in Zürich und Rosalie auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Die Begegnung der beiden Frauen scheint eine Seelenverwandtschaft und erste aufregende Amour fou. Aber bald schleichen sich in die Liebe Störgeräusche ein. Astrid und Rosalie stehen vor vielen Fragen. Wie viel Nähe verträgt die Beziehung? Wer sagt einem, wenn es Zeit ist, die Beziehung zu verlassen? Woher soll man wissen, dass Liebe nicht wehtun soll? Was macht man, wenn die gruusigen Seiten überhand nehmen?

Begleitet wird die Geschichte von dem musikalischen «Chicken», das alles beobachtet und kommentiert. Kann «Disco Chick» die Liebenden retten und in der Geschichte das Schöne und das «Wüeschte» ausgleichen?

Anhand dieser scheiternden Beziehung beleuchtet das Trio «Pop-Up Mountain Company», bestehend aus Leander Albin, Asa Hendry und Rosanna Rotach, in «Schällewiiber» die Konflikte und Widersprüche queerer Lebensentwürfe zwischen Stadt und Land. Können die bösen Geister - wie beim Brauch der Silvesterchläuse im Appenzell - vertrieben werden und was verbirgt sich hinter den «wüeschten» Fratzen? Zwischen patriarchalen Traditionslinien und queerer Tragik verwebt die Performance eine Coming of Age Geschichte mit lokalen Riten. Es entsteht eine ästhetische Reibung, die das Unsichtbare sichtbar macht und Raum fürs Zusammenkommen eröffnet.

Für das Konzept und die Entwicklung des Stücks wurde die Gruppe mit dem Schweizer Nachwuchspreis PREMIO 2025 ausgezeichnet. Eine Koproduktion mit dem Theater Chur. In Zusammenarbeit mit Gessnerallee Zürich, Roxy Birsfelden und Schlachthaus Theater Bern.

Spiel: Leander Albin, Asa Hendry, Rosanna Rotach

Inszenierung: Irina Amstutz

Text: Asa Hendry

Musik: Leander Albin

Bühne: Rosanna Rotach

Kostüme: Julia Zangger

Licht und Technik: Ariana Battaglia

Vidoedesign: Damiana Rudolphi

Produktionsleitung: Laeticia Blättler

  • 130 Minuten, mit Pause
  • Sprache: Schweizerdeutsch, Englisch, Rätoromanisch
  • CHF 35.– / *15.–
  1. Tickets Fr, 15.01.2027
    19.30 Uhr
    Premiere
    «Parlando» um 19.00 Uhr in der Theaterbar
  2. Tickets Sa, 16.01.2027
    19.30 Uhr
    «Parlando» um 19.00 Uhr in der Theaterbar
  3. Tickets So, 17.01.2027
    16.00 Uhr
    «Parlando» um 15.30 Uhr in der Theaterbar