• MOSKAU–PETUŠKI
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MOSKAU–PETUŠKI – Sein Köfferchen voller Schnaps fest ans Herz gedrückt, besteigt der Trunkenbold Venja am Kursker Bahnhof den Zug von Moskau in die Provinz. In der Kleinstadt Petuški, wo die Vögel nie verstummen und der Jasmin nie verblüht, warten seine Geliebte und sein Sohn. Die Reise ins Paradies läuft allerdings aus dem Ruder und wird zu einer skurrilen, aber auch tragischen Odyssee: Venja trinkt, die Mitreisenden trinken, sogar der Oberschaffner wird zum Zecher. Die Gespräche und Monologe werden von Flasche zu Flasche absurder – und Venja verliert sein Ziel Petuški immer mehr aus den Augen. Der Bündner Regisseur und Schauspieler Marco Luca Castelli hat Wenedikt Jerofejews Buch für die Bühne dramatisiert und schlüpft gleich selber in die Rolle des herzensguten, aber leicht desorientierten Kauzes Venja. MOSKAU–PETUŠKI ist nur vordergründig die Chronik einer feucht-fröhlichen Zugfahrt. Dass Jerofejews Text in der Breschnew-Ära unveröffentlicht blieb und nur unter der Hand weitergereicht wurde, hat seinen Grund: Die spöttische Abrechnung mit dem Sowjetsystem enthielt allzu viel politischen Sprengstoff. Heute gehört der tragikomische Säuferroman zu den modernen Klassikern der russischen Literatur. In Venja findet Castelli ein phänomenales Bühnen-Alter-Ego: prall vor Lebenslust, aberwitzig, himmeltraurig und erfüllt von einer geradezu erdenschweren Sehnsucht nach Liebe.