• B.L.A.S.T.E.D
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B.L.A.S.T.E.D – B.L.A.S.T.E.D ist das erste Werk von Sarah Kane (1995). Die Gewalt – eine Poesie der Gewalt – so wie Kane
sie in ihrem poetischen Theaterprojekt zum Ausdruck bringt, interessiert die junge Theatergruppe Le Thaumatrope, die die (ins Deutsche übersetzte) "optische Täuschung" in Film und Theater zum Prinzip ihrer Theaterarbeit erklärt. Ihr Zimmerstück n° 1 B.L.A.S.T.E.D spielt Sarah Kanes subtile Mischung zwischen metaphorisch-brutalen Abgünden und dem ultra-sensiblen Beschreiben menschlicher Beziehungen, in einem geschlossenem Raum, den die Zuschauer durch verspiegelte Scheiben und mittels Kopfhörer voyeuristisch abgeschirmt einsehen und einhören können. Sarah Kane hat ihre beiden Figuren Cate und Ian in ein Hotelzimmer eingeschlossen, einen Ort der Intimität und des Paares schlechthin. Wie in einer Reality Show ist der Zuschauer ein Live-Zeuge des Wiedersehens des seit Jahren getrennten Paares; die hilflose Intimität der Begegnung wird durch den überraschend eindringenden Soldaten brutal aufgebrochen. Etwas scheint zu steril in diesem Hotelzimmer. In dieser geschlossenen Welt existieren die Figuren nur durch die Präsenz und den Blick der anderen. Der junge französische Regisseur Karim Bel Kacem und der junge Schweizer Filmemacher Adrien Kuenzy erforschen mit ihren Zimmerstücken B.L.A.S.T.E.D und GULLIVER (für Kinder ab 8 Jahren, S. 56), die im gleichen, aber umgedrehten Raum inszeniert werden, das filmische Zusammenspiel von Hyperrealismus und Voyeurismus im Theater: Wir erleben einerseits die faszinierende Welt der fragilen Brutalität Sarah Kanes und andererseits im gleichen, auf den Kopf gestellten Zimmer die kindliche mikroskopische Gegenwelt des Riesen Gulliver.