• UNSERE MUSIKALISCHEN PRINZIPIEN
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UNSERE MUSIKALISCHEN PRINZIPIEN – «Wir haben gestimmt. Wir stimmen. Und wenn wir stimmen, dann stimmt das.» Die direkte Demokratie gibt sich gern als braves Schulorchester. Dabei kratzen ihre Instrumente längst tödliche Melodien. Klänge der Hochkultur säubern Bahnhöfe von Gesindel. Identitätsmelodien dudeln als Ohrwürmer durch Zeitungsredaktionen, Schulhöfe und Wandelhallen. Die Internationale des Nationalismus wummert ihren Generalbass links und rechts durch alle Gehörgänge, komponiert aus kultureller Überlegenheit, ressentimentgeladenem Dreck und der Illusion des richtigen Tons. Wenn es eine Lehre aus der gegenwärtigen Katzenmusik gibt, dann die, dass jede Tonfolge, endlos wiederholt, sich selbst irgendwann auslöscht. Wer stimmt, bestimmt die Stimmung, und was stimmt, bestimmen wir.

Der in Berlin und Dänemark lebende Zürcher Autor und Regisseur Andreas Liebmann nutzt in seinen Arbeiten den Theaterraum als Spiegelkabinett politischer Auseinandersetzungen. In UNSERE MUSIKALISCHEN PRINZIPIEN schafft er mit zwei Performerinnen und drei Musikern ein Wortgewitter der gegenwärtigen Stimmungslagen.