Im Bettendepot des Kantonsspital Graubünden, Loëstr. 170 Dauer 1:30 Std CHF 20.-/10.-*
Literarische Visiten
In der Reihe «Literarische Visiten», die das Theater Chur in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden realisiert, begegnen sich Literatur und Medizin. Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Saison mit Lesungen von Schauspielerinnen und Schauspielern wie Bibiana Beglau, Ursina Lardi und Mathias Gnädinger setzen wir die Reihe dieses Jahr mit drei weiteren Veranstaltungen fort. Nach der Cafeteria, dem Hörsaal und dem Personalrestaurant werden nun Räume des Kantonsspitals Graubünden bespielt, die normalerweise für das Publikum nicht zugänglich sind. Bereits im Dezember hat Klaus Henner Russius Kurztexte von Anton Tschechow in der Villa Fontana zum Besten gegeben. Im Februar ist die Reihe am Schauspieler Ueli Jäggi, der Texte von Friedrich Glauser liest.
In der Reihe «Literarische Visiten», die das Theater Chur in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden realisiert, begegnen sich Literatur und Medizin. Nach dem erfolgreichen Auftakt in der vergangenen Saison mit Lesungen von Schauspielerinnen und Schauspielern wie Bibiana Beglau, Ursina Lardi und Mathias Gnädinger setzen wir die Reihe dieses Jahr mit drei weiteren Veranstaltungen fort. Nach der Cafeteria, dem Hörsaal und dem Personalrestaurant werden nun Räume des Kantonsspitals Graubünden bespielt, die normalerweise für das Publikum nicht zugänglich sind. Bereits im Dezember hat Klaus Henner Russius Kurztexte von Anton Tschechow in der Villa Fontana zum Besten gegeben. Im Februar ist die Reihe am Schauspieler Ueli Jäggi, der Texte von Friedrich Glauser liest.
Ueli Jäggi ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Theater- und Filmschauspieler der Schweiz. Neben Engagements an diversen deutschen Theatern verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit Christoph Marthaler, in dessen Inszenierungen er fast immer besetzt ist. Während der Marthaler-Ära am Zürcher Schauspielhaus war er Mitglied des Ensembles, seither ist er freischaffend tätig. Neben der Theaterarbeit wirkte Ueli Jäggi in zahlreichen Filmen (u.a. in «Donne Leon – Commissario Brunetti») und Hörspielen mit. Für seine «Literarische Visite» am Kantonsspital hat er sich Texte von Friedrich Glauser ausgesucht.
Glauser, dessen Leben (1896–1938) vom Auf und Ab seiner Morphiumsucht geprägt war, ist heute vor allem als Autor der ersten helvetischen Kriminalromane mit dem bärbeissigen Wachtmeister Studer bekannt. Zu einer Zeit als dieses Genre noch der «niederen» Literatur zugeschrieben wurde, widmet er sich in seinen Krimis ganz besonders den Schicksalen der randständigen, kleinen Leute. Sein eigenes Leben war erschwert durch die schwierige Beziehung zu seinem Vater, der ihn bereits im Alter von 22 Jahren wegen «liederlichem und ausschweifendem Lebenswandel» entmündigen liess. Ständige Geldnot und unglückliche Liebesgeschichten trugen das Ihre dazu bei. Nach Kontakten mit der Zürcher Dada-Bewegung verbrachte der morphiumsüchtige Dichter mehrere Jahr in psychiatrischen Kliniken, heuerte bei der Fremdenlegion an, liess sich zum Gärtner ausbilden, und verstarb, kurz vor seiner Heirat mit der Pflegerin Berthe Bendel, 42-jährig in Nervi bei Genua.
«Schauen, Schauen, Schauen. Und nie das Erstaunen vergessen. Wir sind nicht da, um zu richten. Wir sind da, um zu erzählen. Wir sind nicht da, um Rätsel zu erklären, wir müssen Rätsel erfinden. Die Lösung ist immer irrelevant», schrieb er in einem Brief an Martha Ringier, seine mütterliche Freundin und Fördererin. Vielleicht war sich Glauser selbst ein Rätsel, das er nicht zu lösen vermochte. Doch erzählen darüber konnte er wunderbar. Und schauen. Und staunen. Genau an diesem Punkt setzt Ueli Jäggis Glauser-Abend mit dem Titel «Ich bin ein Dieb» ein. Nicht die bekannten Wachtmeister-Studer-Romane, sondern Kurzgeschichten, autobiografische Notizen, literarische Miniaturen und eine fiktive Biografie tragen diesen Abend und lassen den Menschenfreund Glauser und sein tragisches Dasein lebendig werden.
Glauser, dessen Leben (1896–1938) vom Auf und Ab seiner Morphiumsucht geprägt war, ist heute vor allem als Autor der ersten helvetischen Kriminalromane mit dem bärbeissigen Wachtmeister Studer bekannt. Zu einer Zeit als dieses Genre noch der «niederen» Literatur zugeschrieben wurde, widmet er sich in seinen Krimis ganz besonders den Schicksalen der randständigen, kleinen Leute. Sein eigenes Leben war erschwert durch die schwierige Beziehung zu seinem Vater, der ihn bereits im Alter von 22 Jahren wegen «liederlichem und ausschweifendem Lebenswandel» entmündigen liess. Ständige Geldnot und unglückliche Liebesgeschichten trugen das Ihre dazu bei. Nach Kontakten mit der Zürcher Dada-Bewegung verbrachte der morphiumsüchtige Dichter mehrere Jahr in psychiatrischen Kliniken, heuerte bei der Fremdenlegion an, liess sich zum Gärtner ausbilden, und verstarb, kurz vor seiner Heirat mit der Pflegerin Berthe Bendel, 42-jährig in Nervi bei Genua.
«Schauen, Schauen, Schauen. Und nie das Erstaunen vergessen. Wir sind nicht da, um zu richten. Wir sind da, um zu erzählen. Wir sind nicht da, um Rätsel zu erklären, wir müssen Rätsel erfinden. Die Lösung ist immer irrelevant», schrieb er in einem Brief an Martha Ringier, seine mütterliche Freundin und Fördererin. Vielleicht war sich Glauser selbst ein Rätsel, das er nicht zu lösen vermochte. Doch erzählen darüber konnte er wunderbar. Und schauen. Und staunen. Genau an diesem Punkt setzt Ueli Jäggis Glauser-Abend mit dem Titel «Ich bin ein Dieb» ein. Nicht die bekannten Wachtmeister-Studer-Romane, sondern Kurzgeschichten, autobiografische Notizen, literarische Miniaturen und eine fiktive Biografie tragen diesen Abend und lassen den Menschenfreund Glauser und sein tragisches Dasein lebendig werden.
Eine Veranstaltung des Theaters Chur in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden












