• HOTEL KOSMOS
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HOTEL KOSMOS – Der Berner Theater Club 111 behandelt das Thema Migration unter dem Gesichtspunkt der verschiedenen Lebenswege, die sich unaufhörlich kreuzen und wieder auseinanderlaufen. Regisseurin Meret Matter hat für diese neuste Produktion ein illustres Ensemble unterschiedlichster Herkunft wie Semih Yavsaner alias Müslüm, die Performerinnen Ntando Cele und Grazia Pergoletti versammelt. Da HOTEL KOSMOS das Hotel als Ort der Durchreise ins Zentrum stellt, gastiert das Theater Chur mit dieser poetisch-komödiantischen Groteske zu einem ernsten Thema im geschichtsträchtigen Hotel Chur der Familien Schmid. Das Publikum verfolgt das Treiben in der Lobby und darf später in kleinen Gruppen auch einen Blick in die Zimmer und auf die Geheimnisse der Hotelgäste werfen. Im HOTEL KOSMOS erhält jede und jeder ein Zuhause, sofern die Papiere in Ordnung sind und bezahlt wird. Die Hoteldirektorin ist hier geboren, aber ihr Vater ist als junger Mann aus Italien hierher gekommen. Der Receptionist ist in der Türkei geboren, aber hier aufgewachsen und gerade dabei, sich einen Platz zu schaffen. Der Musiker kommt aus Genf, ist aber Armenier und muss die Koffer schleppen, obwohl er nicht dafür angestellt ist. Der Barkeeper aus Ägypten ist noch nicht lange hier, findet sich aber gut zurecht. Das Zimmermädchen aus Syrien ist neu hier und darf zumindest für den Moment bleiben. Als Gäste eine Comedy-Diva aus London, die nicht hier bleiben möchte, mit ihrem Mann der eigentlich Schweizer ist, der aber lange nicht hier gelebt hat und doch sehr verwurzelt ist. Eine englische Kunststudentin, die hier leben wollte, aber nun vor ihrer Liebe davonrennt und der ist zwar Einheimischer, aber trotzdem nirgends so richtig zuhause. Dann gibt es noch eine verfolgte Journalistin aus den Emiraten, die heim will, aber nicht kann. Sie alle treffen sich in dieser Nacht im HOTEL KOSMOS. Der Abend ist eine Farce voller Realsatire, Slapstick, bitterstem Humor, Herumliegenden und Gelagen und einem Showdown, bei dem einiges auffliegt und einige auffliegen. Die NZZ zu den Vorstellungen in Zürich: «Der Regisseurin Meret Matter ist eine satirische bis melancholische, zu einer Hotelnacht verdichtete Bestandesaufnahme des heutigen Gesellschaftskosmos gelungen.»