• MON PÈRE, GIACOMETTI
MON PÈRE, GIACOMETTI – Unser Festival WELT IN CHUR in Kooperation mit CULTURESCAPES widmet sich in dieser Saison dem Theaterschwerpunkt Tokio und präsentiert mit MON PÈRE, GIACOMETTI eine berührende Vater-Sohn-Geschichte.

Vater und Sohn. Ein alter und ein junger Mann, die sich nicht mehr dieselbe Welt teilen, denn der Vater ist schwer demenzkrank. Als der Sohn sich entscheidet, sich um seinen Vater zu kümmern, lässt er sich zwangsläufig auf dessen erfundene Wirklichkeit ein. Der ehemalige Maler hält sich nämlich die meiste Zeit für Alberto Giacometti, den er in seiner Jugend leidenschaftlich bewunderte. Seinem Sohn teilt er die Rolle des japanischen Ausstauschstudenten Isaku Yanaihara zu, der einst in Giacomettis Atelier gearbeitet hatte. Als Yanaihara sitzt der Sohn Tag für Tag seinem Vater Modell und versucht mithilfe eines Wörterbuchs den Vater zu verstehen, der nur mehr in bestem Schulfranzösisch parliert. Als der Sohn eines Tages die publizierten Tagebuchaufzeichnungen Isaku Yanaiharas, ‹Mit Giacometti›, in die Hände bekommt, entdeckt er, dass die Reden seines Vaters allesamt Zitate aus diesem Buch sind. Um mit seinem Vater kommunizieren zu können, beginnt der Sohn Yanaiharas Worte als seinen Text auswendig zu lernen. Eine verrückte, theatralische Beziehung zwischen Vater und Sohn beginnt.

Der Regisseur Noriyuki Kiguchi (*1975) ist Architekt, Bauarbeiter und Künstler und begann als Student an der Universität Yokohama mit ersten Theaterproduktionen. Seine Arbeiten thematisieren soziale Prozesse sowie persönliche Erlebnisse. Dabei geht er ganz explizit auf die räumlichen Gegebenheiten ein, in denen jene stattfinden.