PETER BROOK: DER DRAHTSEILAKT – Peter Brook ist eine der größten lebenden Theaterlegenden unserer Zeit. Für den Dokumentarfilm hat der Regisseur seinem Sohn Simon Brook erlaubt, hinter die Kulissen seiner Arbeit zu blicken. Er begleitete eine Improvisationswerkstatt - ein einmaliges Lehrstück in Sachen Schauspiel und Philosophie.
«Es ist sehr einfach, ins Tragische oder ins Komische zu verfallen, aber es kommt darauf an, die Balance zu halten.» Zum ersten Mal in seiner heute rund 40-jährigen Theaterlaufbahn hat sich Peter Brook, der wie kein anderer das zeitgenössische Theater verkörpert, bereiterklärt, den Vorhang zu lüften und Einblick in die sonst verborgenen Aspekte seiner Theaterarbeit zu gewähren.
Mehrere Tage lang durfte der Regisseur Simon Brook seinen Vater bei der Arbeit filmen. Im Mittelpunkt der Werkstatt, zu der Peter Brook Schauspieler und Musiker geladen hatte, stand eine faszinierende Übung mit Symbolcharakter: «Balance halten». In dieser Übung, die alle Aspekte der Schauspielerei in sich vereinigt, verdichtet sich das jahrelange Suchen und Experimentieren mit der Magie des Theaters. Auf ihr gründet Peter Brooks Methode und Philosophie.
Simon Brook hat mit fünf versteckten Kameras gearbeitet, was ein vollständiges Eintauchen in das Probengeschehen erlaubt, und so gibt der Dokumentarfilm schließlich etwas preis vom Wunder des schöpferischen Prozesses. Dieser ungewöhnliche, sehr persönliche Film macht den imaginären und metaphorischen Balanceakt anschaulich, den Peter Brook und seine Schauspieler vollführen, um dem Zuschauer an einer einmaligen, zutiefst menschlichen und zugleich hoch philosophischen Erfahrung teilhaben zu lassen.