ENSEMBLE Ö!
Konzertreihen / Ensemble ö!
SONNEN
WERKE VON SAINT-SAENS, ROUSSEL, DEBUSSY, ­RAVEL, MESSIAEN, SAARIAHO UND LEE


PROGRAMM
Maurice Ravel 1875–1937: Ma mère l‘oye (1910) für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello

Kaija Saarjaho *1952: Noa Noa (2010) für Flöte und Elektronik

Junghae Lee *1964: Corona (2003), für Violine und Tonband

Albert Roussel 1869–1937: Deux poêmes de Ronsard (1924) für Flöte und Sopran, 1. Rossignol 2. Ciel, airs, vents

Camille Saint Saens 1835–1921: Volière, Cigne et tortues aus Carneval des animaux, für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello

Claude Debussy 1862–1918: Syrinx (1913) für Flöte solo

Olivier Messiaen 1908–1992: A l‘abime des oiseaux (1941) für Klarinette solo

(Ravel und Saint-Saens in der Bearbeitung von Sontòn Caflisch)



Zur Saison
Wie gewohnt stellt das Ensemble ö! auch in der kommenden Saison 2013/14 alle Programme einem Thema unter. Dieses stammt aus einem Gedicht des bedeutenden Lyrikers Paul Celan und weist auf die Intension und den musikalischen Inhalt hin, den das Ensemble ö! dem Publikum näher bringen will: "Es sind noch Lieder zu singen" bedeutet im Hinblick auf die Programmation eines Konzertes, dass neue "Lieder" im Sinne von noch nicht Gehörtem zu erwarten sind.
Einerseits ist die zeitgenössische Musik an sich noch selten gehört (bei Uraufführungen tatsächlich noch nie), andererseits aber wird das Ensemble ö! in dieser Saison noch nie gehörte Konstellationen von verschiedenen Werken präsentieren in Form eines "neu erfundenen" Programmkonzeptes. Dieses besteht darin, aus Werken verschiedenen Epochen und Werken der Gegenwart ein neues, eigenständiges übergeordnetes Werk zu kreieren, also ein "neues Lied".
Diese neue Form des Konzertes stellt nicht wie beim konventionellen Konzert Werke mit mehr oder weniger Verbindungen zueinander gegenüber, sondern schafft eine abendfüllendes Werk aus bestehenden Werken und Sätzen der Musikgeschichte. ö! integriert so also zum ersten Mal Neue Musik in ältere, bekannte Werke. So tauchen in den Programmen ganz selbstverständlich Namen wie Monteverdi, Gesualdo, Bach, Schumann oder Liszt neben Holliger, Scelsi, Bianchi, Rihm oder Lang auf.
Damit die älteren Werke nahtlos in die neuen übergehen, werden die zwei musikalischen Leiter Andreas Brenner und Francesc Prat sowie der künstlerische Leiter David Sontòn Caflisch angefragt, diese für die Besetzungen der neuen Werke neu zu bearbeiten. So entsteht ein grosses Werk für die gleiche Besetzung mit Musik aus vielen Epochen.
Der Ausgangspunkt dieser Programmgestaltung, Celans Ausschnitt seines Gedichtes, wird durch die Integrierung von Literatur in jedes Konzert intensiviert. So beginnt jedes Programm mit einer kurzen Lesung mit Gedichten von Paul Celan und Schriftstellern, auf die Celan Bezug nimmt. Diese literarische Ouvertüre wird dem Publikum die Sinne öffnen können für neue musikalische Exkurse. Als Sprecher für diese Lesungen wird Jaap Achterberg engagiert.
Mit einer Oper als Koproduktion mit dem Theater Chur wird die Saison beschlossen und gelichzeitig werden die Gattungen Literatur und Musik symbiotisch vereinigt.