• IFIGENIA, LIBERATA
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IFIGENIA, LIBERATA – Carmelo Rificis zweite Regiearbeit für das LAC Lugano und Piccolo Teatro di Milano – versucht die alte Frage nach unserer gewalttätigen Natur zu enthüllen: In einem Begegnungsraum, einer Art Salon oder Bibliothek, nehmen Schauspielerinnen und Schauspieler, von einem Regisseur und einer Dramaturgin begleitet, den Mythos der Atriden wieder auf, um die heimliche Idee von Euripides «Iphigenie in Aulis» sichtbar zu machen. Der griechische Held Agamemnon ist nicht schuldig, es ist die Menschenmenge, die einen Schuldigen braucht. Erdrückt vom väterlichen Willen und vom Wahn der Menge, scheint Iphigenie ihrem Schicksal nicht entgehen zu können. Nur das Blut einer Unschuldigen kann die Gewalt des Volkes mildern.

Dem Modell des platonischen Symposions folgend, spielt und diskutiert das Ensemble Iphigenies Opfertod, inspiriert durch Texte von der Antike bis zur Gegenwart und gerät dabei immer wieder in bedrohlich aktuelle Szenen zwischen Täter und Opfer. Regisseur und Dramaturgin bauen die Brücke zwischen Bühne und Publikum – auf der Suche nach einer gemeinsamen Grammatik, einem Verständigungscode: nach der friedlichen Lösung des Rätsels Gewalt.