• DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN ODER DIE FEUERPROBE
DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN ODER DIE FEUERPROBE – Eines Tages im Mittelalter kommt der tapfere Ritter Friedrich Wetter vom Strahl zu Theobald Friedeborn, dem Waffenschmied am Marktplatz von Heilbronn. In der Schmiede begegnet der Ritter der Tochter des Waffenschmieds: Katharina, genannt Käthchen. Und von dem Augenblick an, in dem das Käthchen zum ersten Mal den Ritter erblickt, kann sie nicht mehr anders: sie muss ihm folgen – wie der Blitz schlägt der Ritter vom Strahl in ihrem Leben ein. Sie springt ihm aus dem Fenster hinterher, verletzt sich dabei lebensgefährlich, doch kaum ist sie genesen, folgt sie ihm «wie ein Hund». Dieser Zustand dauert an, bis Käthchens Vater den Grafen vor Gericht der teuflischen Künste und Verführung seiner Tochter anklagt. Was für Käthchen Gewissheit ist, ahnt der launische Graf bloss: Die Vorsehung hat Käthchen und ihn füreinander bestimmt. In einem Traum waren sie einander bereits begegnet. Doch Friedrich missversteht die Zeichen und flüchtet sich in die Arme von Kunigunde, die nichts Gutes im Sinn hat. Für das glückliche Ende bedarf es einer ausgerechnet von Kunigunde angezettelten Probe, in der Käthchen ihr Leben riskiert – es ist die «Feuerprobe».

Kleists «Das Käthchen von Heilbronn» von 1810 ist Zaubermärchen, Schauerroman, Ritterdrama und Legende zugleich. Die Churer Regisseurin Barbara-David Brüesch spürt nach «Nora» und «Endstation Sehnsucht» wieder einem grossen Frauenschicksal nach.